Tarifvertrag dachdecker lohnfortzahlung

Die Dezentralisierung der Tarifverhandlungen führt zu einer sehr schwachen Koordinierung der Lohnverhandlungen. Die Sozialpartner auf Unternehmensebene verfügen über wichtige Autonomie, um über die Lohnentwicklung zu verhandeln, da nur Mindestsätze auf sektoraler Ebene ausgehandelt werden. In vielen Branchen sind die ausgehandelten Mindestlöhne immer noch niedriger als der gesetzliche Mindestlohn, der eingehalten werden muss. Es gibt wenig horizontale Koordinierung. Das gesamte Arbeitsrecht, einschließlich der Regelungen zur Arbeitgebervertretung, Gewerkschaftsvertretung und Tarifverhandlungen, ist in das Arbeitsgesetzbuch integriert. Seit 2015 hat sich das Arbeitsgesetzbuch erheblich geändert, wobei die wichtigste Reform die Einführung des Gesetzes über Beschäftigung und sozialen Dialog ist. Ziel des Gesetzes 2015-994 vom 17. August 2015 ist es, die Organisation von Informations- und Beratungsstellen zu vereinfachen und die Vertretung von Arbeitnehmern in Unternehmen mit weniger als 11 Beschäftigten zu gewährleisten. Im November 2015 fand eine große Reform des Arbeitsrechts statt. Die Reform (Gesetz 2016-1088 vom 8. August 2016) enthält neue und wichtige Arbeitszeitregelungen, die Vereinbarungen auf Unternehmensebene Vorrang vor Branchenvereinbarungen einräumen. In Österreich werden Tarifverträge im Allgemeinen und Tarifverträge im Besonderen – fast ausnahmslos – auf branchenübergreifender Ebene mit mehreren Arbeitgebern ausgehandelt.

Denn das österreichische Arbeitsrecht verleiht den Parteien oberhalb der Unternehmensebene – mit wenigen Ausnahmen – das Recht auf Tarifverhandlungen. Tarifverträge, die auf Unternehmensebene abgeschlossen werden, belaufen sich auf höchstens 1 % bis 2 % aller Arbeitnehmer, die unter eine Vereinbarung fallen (Schätzung durch den nationalen Korrespondenten). Nationale sektorübergreifende Vereinbarungen sind sehr selten und regeln fast nie die Bezahlung. Derzeit ist kein Arbeitnehmer in Österreich durch einen nationalen allgemeinen Tarifvertrag abgedeckt. Im Gegensatz dazu scheinen 96 % der gesamten Tarifverhandlungen für den gesamten privaten Sektor plausibel zu sein. In den letzten Jahren hat sich die Einhaltung der Verhandlungen nicht geändert. Beobachter bringen eine Reihe von Erklärungen vor, von denen zwei besonders prominent sind. Erstens sind die französischen Gewerkschaften hinsichtlich der Mitgliedschaft schwach, aber die gewerkschaftsnahe Mitgliedschaft ist oft eng mit dem Gewerkschaftsengagement verbunden. Andernorts ist fast jedes fünfte französische Gewerkschaftsmitglied ein aktiver Arbeitnehmervertreter. Zweitens werden praktisch alle Tarifverträge auf den gesamten Sektor ausgedehnt, was zu einer sehr hohen Deckungsquote von über 90 % führt, und dies lädt die Arbeitnehmer zum “Free Ride” ein, wobei die von den Gewerkschaften ausgehandelten Vorteile in Anspruch genommen werden, ohne sich zur Gewerkschaftsmitgliedschaft verpflichten zu müssen.